ENGLISH        DEUTSCH             Cenk Biyik -Tenor

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OTELLO

Dramma lirico in vier Akten von Giuseppe Verdi

Text von Arrigo Boito, nach Shakespeares Tragödie "Othello, The Moor of Venice"

 

 

„Barbara Dobrzanska, deren bezwingender Opfergang am Ende geradezu atemlose Faszination im Parkett erzeugte, zelebrierte Schöngesang vom Feinsten. Ihre Stimme, auf dem Zenit ihrer vokalen Kräfte und Farben, machte diese Desdemona zum Ereignis, souverän in der dramatischen Spitze wie im ersterbenden Pianissimo, das sich im schicksalhaften Schlafgemach der Gattin Otellos wie ätherisches Gold ausbreitete und die Staatskapelle gar zu mystischem Streicherklang inspirierte. Überhaupt: Diese Premiere war ein Sängerfest, und außer Barbara Dobrzanskas Glanzleistung wird auch der Otello Lance Ryans in die Annalen des Hauses eingehen. Vor kurzem noch feierte die Karlsruher Wagner-Gemeinde mit seinem Ausnahme-Siegfried einen kultivierten Tenor, der metallischen Glanz mit einem angenehm samtigen Timbre verbindet. Mit gleichen Tugenden stellte er sich nun den heiklen Herausforderungen der Verdi-Partie, brillant zwischen dem jubilierenden „Esultate“ des Beginns und dem rasenden Wahn seiner wachsenden Eifersucht wechselnd. Gerade in zentralen Szenen wie dem unvergleichlichen Liebesduett im ersten Akt schien das Verdi-Traumpaar über sich selbst hinauszuwachsen. Und weil es die Sterne so gut mit dem Staatstheater meinten, schenkten sie ihm auch einen Jago wie aus dem Bilderbuch. Walter Donati legte den teuflischen Fähnrich nicht als protzigen Wüstling an, sondern als hintergründig-verschlagenen Intriganten, der seine raffinierte Dämonie mit markantem Bariton nicht nur im herausragenden „Credo“ gleichsam höllisch verfeinerte. Weitere prachtvolle Stimmen: Cenk Biyik (Cassio) und Wilja Ernst-Mosuraitis (Emilia). Hörenswert in kleineren Rollen: Mauro Nicoletti, Mika Kares, Luiz Molz und Lukas Schmid. Die Chöre (Carl Robert Helg) agierten in Bestform. Für die orchestrale Verfeinerung des Abends sorgte unterdessen der Generalmusikdirektor mit staunenswertem Temperament. Mit entschiedener Attacke peitschte Anthony Bramall die Sturmeswogen des Beginns hoch, gab er der vorzüglich musizierenden Staatskapelle herrliche Schlagkraft wie in den Donnerschlägen zur Besiegelung des rasenden Racheschwurs am Ende des zweiten Akts. Aber auch die leisen Töne dieser reifen Verdi-Perle fächerten Bramall und das Orchester verführerisch auf. Die Gunst der Operngeister mag auch den Hausherrn Achim Thorwald zu einer bemerkenswerten Inszenierung beflügelt haben, die sich weder zu gewagtem Experiment noch zu harmloser Unverbindlichkeit verleiten ließ. Jenseits einer chaotisch schweifenden Ideenfülle vertraut sie grundsolider szenischer Arbeit. Ihre Hauptidee manifestiert sich in einer imposanten mitunter lebhaft rotierenden Freitreppe, die als optische Metapher für Otellos buchstäblich abgestuften Wahnprozess verstanden werden dürfte und von Christian Floeren zum Kern einer geschmackvollen Bühnenbilds gemacht wurde, in dem Ute Frühlings dezente Kostüme nicht stören. Kurz: Der neue „Otello“ ist auch hinsichtlich seiner Ausstattung eine runde Sache.“


BNN, 18.06.2007

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24.8.2008